Auf den Spuren von Römern und Germanen

Ausflug nach Kalkriese: Gesamtschüler auf den Spuren von Römern und Germanen

 

Am Mittwoch, den 29. Januar, unternahmen insgesamt 52 Schülerinnen und Schüler der Klassen 6.2 und 6.3 mit ihren Lehrkräften Toni Mayer, Thomas Ackermann und Lena Rochol einen Ausflug zum „Museum und Park Kalkriese“ im Osnabrücker Land. Hier konnten sie einen Tag lang hautnah den wahrscheinlichen Schauplatz der Varusschlacht erkunden, die zuvor im Gesellschaftslehre-Unterricht in der Unterrichtsreihe „Das Weltreich der Römer“ behandelt wurde. Bild1Mehr als 2000 Jahre nach der bedeutenden Schlacht zwischen Römern und Germanen ist Kalkriese auch heute noch ein besonderer Ort. Seit fast 30 Jahren finden hier wissenschaftliche Untersuchungen zur Varusschlacht statt, und Jahr für Jahr bietet die archäologische Forschung neue Einblicke in die tragische Feldschlacht, bei der drei römische Legionen eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Cheruskers Arminius („Hermann“) erlitten.

bild6Zu Beginn des Tages erkundeten die Schülerinnen und Schüler das Gelände rund um den Kalkrieser Berg, das damals dicht bewaldet und größtenteils Sumpfgebiet war. Dass die römischen Soldaten mit ihren etwa 25 Kilogramm schweren Rüstungen dort schlecht angezogen waren und erhebliche Probleme mit dem matschigen Boden hatten, wurde schnell deutlich. An zahlreichen Stellen finden sich noch Spuren früheren Lebens. „Spannend fand ich einen alten Pferdeschädel, den wir im Wald entdeckt haben. Die Germanen haben ihn damals an einen Baum geschlagen“, erzählt Farell aus der Klasse 6.3.
Im Anschluss daran konnten die Schülerinnen und Schüler sich selbst ein bisschen wie römische und germanische Soldaten fühlen, indem sie die Ausstattung und Bewaffnung beider Völker kennenlernten und einige Kampfstrategien in praktischen Übungen nachspielten. „Dadurch konnten wir die militärischen Stärken und Schwächen der Römer und Germanen kennenlernen“, berichtet Nijaarisha aus der Klasse 6.3. Ihre Klassenkameradin Isabel fügt hinzu: „Es war wbild2ie eine Reise durch die Zeit.“

Auch der Besuch der Dauerausstellung des Museums gefiel den Schülerinnen und Schülern. Hier verdeutlichen die neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sowie zahlreiche Modelle den rekonstruierten Ablauf der Schlacht. Zusätzlich kann man einige der etwa 7000 archäologischen Fundstücke bestaunen, darunter Teile von Rüstungen und Waffen, alte Münzen und menschliche Knochen.

bild7Nach dem Besuch der Dauerausstellung stand eine Pause auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler waren aber dermaßen angetan von dem Ort und den Inhalten, die es dort zu entdecken gab, so dass sie die eigentliche Pause nur geringfügig nutzten. Statt sich hinzusetzen und zu pausieren flitzten sie voller Eifer auf den sehr hohen Aussichtsturm. „Von dort oben aus konnte man perfekt das Gelände einsehen. Man konnte auf der einen Seite das ehemalige Moor und auf der anderen Seite den Hügel erkennen. Dieses Gelände, mit seinem Engpass in der Mitte, machten sich die Germanen damals zu Nutze und griffen die Römer scheinbar genau dort an“, berichtet Florian aus der Klasse 6.2.
bild3Einige weitere Schülerinnen und Schüler gingen in der Pause nochmals eigenständig in die Dauerausstellung, um Details nachzulesen und Fotos als Erinnerung an diese tolle Ausstellung zu machen. Die letzten zehn Minuten der Pause nutzten dann alle aber dennoch für eine kurze Erholung.
bild4Der zweite Teil des Tages sollte sich mit dem alltäglichen Leben der Römer und Germanen befassen. In einem besonders gestalteten Raum lernten die Schülerinnen und Schüler, wie Römer und Germanen gewohnt haben, was sie gegessen haben und welche Kleidung sie trugen. „Besonders interessant und witzig fand ich, dass sich jeweils ein Mädchen und ein Junge aus unserer Klasse wie Römer und Germanen kleiden durften, dass hat richtig viel Spaß gemacht“, berichtet Moritz aus der Klasse 6.2. So konnten alle Kinder nicht nur mit ihren Augen sehen, sondern auch mit den Händen anfassen und fühlen, welche Qualität die Kleidung damals bereits hatte, aus welchen Stoffen sie hergestellt wurden und wie unterschiedlich Römer und Germanen stellenweise lebten. In diesem Raum konnten die Schülerinnen und Schüler noch originalgetreu nachgebildete Wohnhäuser aus Stein, Holz und Stroh sowie ein Wohnzelt einsehen und betreten. „Es war sehr schön, dass uns so nachvollziehbar erklärt und gezeigt werden konnte, wie Römer und Germanen zu dieser Zeit wohnten“, berichtet Blerina aus der Klasse 6.2.
bild5Fachwörter wie Pilum (Wurfspeer eines römischen Legionärs), Toga (römisches Gewand) sowie der gesamte Tag werden allen Schülerinnen und Schülern der Klassen 6.2 und 6.3 mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sicher für immer in guter Erinnerung bleiben.